Kopf Hoch (5/2015)

Bei #KopfHoch will ich euch mit einem Zitat ermutigen.

In letzter Zeit lässt mich der Gedanke an die Sturheit Gottes

und vor allem von Gottes Gnade nicht los.

Etwas an dem Gedanken, dass Gottes Gnade „stur“ ist, hat mich in der letzten Zeit sehr bewegt. Preston Sprinkle arbeitet mit diesem Konzept in seinem Buch Charis (das ich am Donnerstag rezensieren will).

Sturheit in seiner reinsten Form bedeutet, einen Realität anzunehmen, auch wenn alle Zeichen dagegen sprechen. In diesem Sinne ist über Strecken die evangelikale Spiritualität eine sture Form der Wirklichkeitsbewältigung.

Sturheit heißt aber nicht, dass man an einer Unwahrheit festhält. Es bedeutet, dass man etwas festhält, auch wenn die Wirklichkeit manchmal verdeckt zu sein scheint.

Wie man seinen Partner manchmal lieben muss, auch wenn man sich eher danach fühlt, abzuhauen.

So wie man seinen Pastor manchmal bestätigen muss, auch wenn er seine Vision verloren zu haben scheint.

So wie Gott immer an mir festhält, auch wenn ich nicht genau erkennen kann, was er in mir sieht. Ich glaube und vertraue, dass er Christus sieht.

In John Goldingays neuem Buch steht am Anfang ein Absatz, der mich daran erinnert hat:


„Als er sich selbst umbringen lässt und seine Auferstehung sind das die endgültigen Beweise für Gottes Liebe und Gottes Macht. Bei diesen beiden Ereignissen lässt Gott zu, dass die Menschheit ihre grausamsten Handlungen an ihm vollzieht, aber er lehnt es ab, davon überwältigt zu werden. Gott wollte diese Grausamkeit überwältigen – und er hatte auch die Macht dazu. Die Unterwerfung und der darauf folgende Sieg bedeuteten Gott etwas. Sie schrieben Gottes Weigerung fest, sich von der menschlichen Ablehung und Rebellion unterwerfen zu lassen. Gott beharrte darauf, das Ziel zu vollenden, das er vom Anfang an geplant hatte.“ (Goldingay, John, Do We Need the New Testament?. Letting the Old Testament Speak for Itself, Downers Grove: InterVarsity Press 2015, S.11; deutsch durch MBH).


Wenn es um sein Ziel ging, war Gott schon immer sturr.

Gut aber, dass es gute Ziele sind.


Gnade und Frieden und alles,


wünscht,


Marcus-B. Hübner


P.S. Das Originalzitat:

„He letting himself be killed and his resurrection were the ultimate expression of God's love and power. In these events God let humanity do its worst to him, and declined to be overcome by its actions; God was both willing and able to overcome it. The submission and overcoming meant something to God. They constituted God's refusal to be overcome by humanity's rejection and rebellion. God was insistent on bringing to a consummation the purpose he had initiated from the beginning.“

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