Kopf Hoch (4/2015)

Kopf Hoch soll euch einmal die Woche mit einem Zitat ermutigen,

das mich in der Woche ermutigt hat. Alles, weil geistliche Wahrheiten,

zum Teilen da sind.


Preston Sprinkle beschreibt in seinem Buch Charis. God's Scandalous Grace For Us wieso Jesus nicht nur die Form eines Menschen annahm, sondern ganz Mensch wurde – wir nennen das Inkarnation – und wieso das ein Ausdruck seiner unbegreiflichen, unerschöpflichen Gnade ist. Dabei beschreibt er den Trost darin in fast-poetischen Worten, die ich nicht abkürzen wollte. Hier ein längeres, ermutigendes Zitat:


„God kennt jedes Haar auf deinem Kopf, aber weil er Mensch geworden ist, weiß Gott auch, wie sich ausgerissene Haare anfühlen.

Gott weiß, was Müdigkeit ist, aber weil er Mensch geworden ist, hat er auch absolute Erschöpfung erlebt.

Gott weiß, wie viele Moleküle daran beteiligt sind, wenn der Schmerz echten Hungers vom Bauch in den Kopf geschossen wird. Aber weil er Mensch geworden ist, weiß Gott auch, wie es sich anfühlt, zu Tode zu hungern.

Weil er Mensch geworden ist, hat Gott die gleiche wellenartige Wärme gefühlt, wenn das Sonnenlicht dein Gesicht aufhellt am ersten Tag des Frühlings. Wenn du dich darin badest, dann lächelt Gott, weil er sich auch darin gebadet hat. Auch er ist erfrischt aufgewacht aus dem Schlaf einer ruhigen Nacht, die auf einen harten Arbeitstag folgte. Er hat sich auch in ein wärmendes Bett gekuschelt, wenn es draußen im Winter klirrend kalt wurde. Und er hat ein vollmundiges Glas Wein genossen, wenn er mit seinen Freunden gefeiert hat.

Gott hat sich die ganze Schöpfung ausgedacht. Aber weil er Mensch geworden ist, hat Gott die Schöpfung auch erlebt. Und dort hat er die Freude erlebt, die es nur unter der Brücke zu finden gibt.

Und er hat auch Schmerz erlebt. Schmerz, der aus Beziehungen, der Seele oder den Gefühlen entspringt, oder auch ganz körperliche Leiden. Gott hat unter dem Zerbruch und dem Elend der gleichen Welt gelitten, die mit Sünde regelrecht getränkt ist, unter der wir jeden Tag stöhnen. Der Schmerz, wenn man abgelehnt wird, geschlagen, misshandelt, nicht geliebt, nicht umsorgt, verspottet, beschämt, bespuckt, oder beleidigt wird, und das obwohl man doch das Ebenbild des Schöpfers in sich trägt. Jesus kennt das alles. Jesus hat das alles sogar erlebt. Und er hat sogar gewollt, es zu erdulden, um dich zurück nach Eden zu bringen.

Dass Jesus Mensch geworden ist, ist eine der stärksten Beweise für Gnade, weil sie uns zeigt, dass Gott sich nicht nur um unsere Bedürfnisse kümmert. Nein, er liebt uns so sehr, dass er sich sogar an den Punkt begibt, wo er unsere Bedürfnisse selbst empfindet.“ (Sprinkle, Preston, Charis. God's Scandalous Grace for Us, Colorado Springs: David C. Cook 2014, S.140f; kursiv im Original; deutsch durch mich)


Also: Das ist wahr – Gott war und ist hier.

Ziemlich unbegreiflich.


Soviel für Heute,


Marcus-B. Hübner


P.S. Das Originalzitat:


„God knows every hair on your head, but through the incarnation, God knows what it feels like to have hair ripped out.

God knows about tiredness, but through the incarnation, He experiences exhaustion.

God knows how many molecules it takes to shoot a hunger pain from your stomach to your brain. But through the incarnation, God knows what it feels like to starve to the point of death.

Through the incarnation, God has enjoyed the same warm wave of sunlight that splashes across your face on the first day of spring. When you bathe in it, God smiles because He's bathed in it too. He's been refreshed by a night's sleep after a long work day. Warmed by a toasty bed on a cold winter night. Enjoyed a rich glass of wine while celebrating among friends.

God authored creation. But through the incarnation, God experienced creation. And encountered joy under the bridge.

He also experienced pain. Relational, psychological, emotional, and also physical agony. God has suffered the misery and brokenness of the same sin-saturated world that oppresses us every day. The pain of being rejected, beaten, abused, unloved, uncared for, mocked, shamed, spat on, and disrespected as an image bearer of the Creator. Jesus knows all of this. He experienced all of this. And he willingly endured it to bring you back to Eden.

The incarnation is a powerful demonstration of grace, since it shows that God doesn't just care for our need but loves us to the point of experiencing our needs.

Kommentar schreiben

Kommentare: 9
  • #1

    Eva Müller (Dienstag, 09 Juni 2015 15:44)

    Wir werden uns heute Abend im Hauskreis mit dem Spielfilm "Jesus liebt mich" beschäftigen. Weniger um uns zu erbauen sondern aus pädagogischen Gründen. Jedenfalls: der Clou des genannten Films meint vermutlich das gleiche wie das oben genannte Zitat. Nur, leider wird Jesus in dem Film irgendwie zum weltfremden Hippie und Gott wirkt eher überfordert. Schade!
    Nun, dein Zitat, Marcus, werde ich mir für den Abschluß des heutigen Abends aufbewahren.



  • #2

    Marcus (Dienstag, 09 Juni 2015 15:50)

    Ja, das stimmt. Ich fand den Film süß irgendwie, aber irgendwie auch unscharf.
    Danke, dass die Aussage wahrscheinlich tatsächlich ähnlich ist, wobei Sprinkle oben eher einen scharfen Blick auch auf Schmerzen und Leid hat.

    Mir gefiel vor allem die wichtige Unterscheidung zwischen "Wissen" wie es jemandem geht, und es selbst erlebt zu haben. Denke, dass darin viel Weisheit liegt.

    Viel Segen euch für heute Abend!

    Marcus

  • #3

    Denis (Donnerstag, 11 Juni 2015 08:32)

    Das Wunder der Inkarnation ist echt unfassbar.
    Tief bewegt hat es mich gerade in der Weihnachtszeit, in der die Menschwerdung Christi oft irgendwie ne andere Betonung erhält statt zu verstehen, dass Jesus Mensch in einer zerbrochenen und sterbenden Welt wird und uns da begegnet. Das ist mir m.E. eine der wichtigsten Aspekte in der Theodizee Frage...
    Danke dir und danke Preston für die Worte, die diesem Wunder eine neue Ausdrucksform geben.

  • #4

    Marcus (Freitag, 12 Juni 2015 14:56)

    Theodizee ist anders wahrscheinlich gar nicht zu beantworten.
    Zumindest nicht Menschen, die selbst im Leid stehen. Jede philosophische Antwort ist wie Hohn ins Gesicht des Leidenden.
    Aber der Christus, der direkt daneben steht, ist Balsam für die Seele.

    Ganz genau, Denis :)

  • #5

    wrozka (Montag, 28 November 2016 20:02)

    zrzutowisko

  • #6

    Źródło (Dienstag, 29 November 2016 13:40)

    arturiański

  • #7

    sextel (Mittwoch, 30 November 2016 02:16)

    drążarkospawarka

  • #8

    love spell (Donnerstag, 01 Dezember 2016 00:49)

    Jarosz

  • #9

    psychic reading (Sonntag, 01 Januar 2017 15:55)

    fuddle